| Günther Beck

Die menschliche Stressregulation stößt an seine Grenzen

Inhaltsverzeichnis

 

Der Urlaub, das Wochenende oder die Feiertage sind vorbei. Dennoch fühlst Du Dich nach der wohlverdienten Auszeit bereits nach wenigen Tagen zurück im Alltag genauso ausgebrannt, als ob der letzte Urlaub Monate zurückliegt? Dieses Phänomen ist weit verbreitet und sollte als ernstes Warnsignal gesehen werden.

Energielosigkeit, chronische Müdigkeit, Schlafprobleme, Überforderungstendenzen im Beruf und Alltag sowie eine niedrige Reizschwelle sind sichere Anzeichen, dass das Stress-Regulationsvermögen nicht mehr in der Lage ist, eine entsprechende Antwort auf oft banale Reize zu geben. Man muss nicht immer vor einem Burnout stehen, doch diese Alarmzeichen sollten ernst genommen werden. 

Evolution bedingt Anpassungsfähigkeit

Der menschliche Organismus ist darauf ausgelegt, auf verschiedenste Reize (Stressoren) von außen (exogen) und innen (endogen) eine entsprechende Antwort geben zu können. Man unterscheidet dabei prinzipiell zwischen positiven und negativen Stressoren – dem sogenannten guten Stress (Eustress) und negativen Stress (Distress).

Diese Anpassungsfähigkeit hat im Rahmen der Evolution über Millionen Jahre uns Menschen zu dem gemacht, was wir heute sind. Oder anders ausgedrückt, ohne diese Anpassungsfähigkeit an sich permanent ändernde Lebensumstände, wären wir Menschen schon längst ausgestorben. Auch heute noch sind wir täglich hunderttausenden Reizen ausgesetzt, die wir verarbeiten müssen. Und die Anzahl dieser Reize nimmt permanent zu. Alleine diese Tatsache ist ein Mitgrund, warum so viele Menschen an Überforderungs-Symptomen leiden. Offensichtlich stoßen die Regulations- und Regenerationssysteme des Menschen bei dieser täglichen Reizüberflutung an seine Grenzen.

Stress oder die Stressverarbeitung darf jedoch nie eindimensional gesehen werden. Es ist ein stetes Zusammenspiel von Aktion und Reaktion verschiedenster Regelkreise im Körper. Aus ganzheitlicher Sicht sind jedoch 3 wichtige Ebenen der Stressregulation von essentieller Bedeutung.

 

3 Ebenen der Stressregulation

Das hormonelle System

Adrenalin und Cortisol sind unsere bekannten Stresshormone, welche in den Nebennieren gebildet werden. Adrenalin, welches im Mark der Nebenniere auf Impuls über den Hypothalamus produziert wird, dient dabei der kurzfristigen Stressantwort. Adrenalin schafft dadurch die Voraussetzungen für die rasche Bereitstellung von Energiereserven, die in gefährlichen Situationen das Überleben sichern sollen (Kampf oder Flucht).

Cortisol hingegen, welches durch einen Impuls aus der Hypophyse in den Nebennierenrinden produziert wird, zeigt sich verantwortlich für langfristige Anpassungsvorgänge im menschlichen Organismus.

Der Cortisolspiegel unterliegt einem natürlichen täglichen Rhythmus (zirkadiane Rhythmik). Ein normaler Tagesverlauf des Cortisols sieht so aus, dass wir morgens einen höheren Cortisolspiegel haben, welcher dann sinkt und nachts ein Minimum durchläuft. Bei Dauerstress beginnt sich diese Kurve zu verändern. Zuerst erhöht sich der Cortisolspiegel am Tag, nach einiger Zeit steigt er auch in der Nacht. Das DHEA (Dehydroepiandrosteron) ist nun nicht mehr in der Lage, als „natürliche Bremse“ des Cortisols den negativen Wirkungen des Stresshormones entgegenzuwirken. Als Folge tritt häufig Schlaflosigkeit oder sexuelles Desinteresse auf. Hält der Stress an, kommt es zu weiteren gesundheitlichen Störungen. Infolge der ständigen Überlastung der Nebenniere wird die Cortisolproduktion schließlich verringert – ein Cortisolmangel entsteht. Man spricht auch von einer Nebennieren-Insuffizienz. Ab diesem Zeitpunkt fühlen wir uns müde oder ausgebrannt und kommen morgens schwer aus dem Bett. Durch einen einfachen Speicheltest lässt sich die Funktion der Nebenniere gut überprüfen.

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DHEA

DHEA und DHEA-S sind schwache Steroidhormone und werden aus Cholesterin vorwiegend in den Nebennieren gebildet. Das DHEA wird größtenteils in der Nebennierenrinde zu DHEA-S umgewandelt. DHEA-S ist ein Vorgängerhormon (Prohormon) und unerlässlich für die Bildung der wirkungsvollen Sexualhormone Testosteron (beim Mann) und der Estrogene (bei der Frau). DHEA übt aber auch eigenständige androgene und anabole (gewebsaufbauende) Hormonwirkungen aus. Es schützt vor bakteriellen und viralen Erkrankungen, d.h. es verbessert die Immunabwehr und soll therapeutische Wirkung bei Allergien und Autoimmunkrankheiten besitzen. Wesentlich sind auch die Einflüsse des DHEA auf das Zentralnervensystem mit Stimulation der Serotoninbildung im Hypothalamus. Damit verbunden ist eine Verbesserung der Lernfähigkeit und Abbau von Fettzellen.
Die Konzentration von DHEA-S sinkt im Erwachsenenalter um ca. 10% pro Jahrzehnt. Im Alter von 80 Jahren hat der Mensch nur noch ca. 10 bis 20% seiner ursprünglichen Konzentration an DHEA-S.

Diosgenin (zB. aus dem wilden Yams) ist eine natürliche Vorstufe (Prohormon) des DHEA und stimuliert die natürliche DHEA Produktion in den Nebennieren.

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Das Neurotransmitter-System

Neurotransmitter sind sogenannte Botenstoffe, welche Impulse von einer Nervenzelle auf die nächste überleiten. So werden alle Reize und Impulse, die wir bewusst oder unbewusst über unsere Umwelt aufnehmen auch über das zentrale Nervensystem (ZNS) verarbeitet. Wichtige Neurotransmitter im zentralen Nervensystem (ZNS) sind neben Glutamat (erregende Wirkung) die Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und Glycin mit jeweils hemmender Wirkung. Für das Wohlbefinden und psychoemotionale Balance essentiell sind Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Acetylcholin.

 

Serotonin

Die Wirkung von Serotonin auf unser Wohlbefinden und Stimmung als Glücks- und Wohlfühlhormon ist allgemein bekannt. Serotonin ist neben dieser positiven Eigenschaft als Stimmungsaufheller aber auch wichtig für die Funktion des Magen-Darmtraktes (Kontrolle des Appetits und Essverhaltens) hat positiv regulierende Wirkung bei Schmerzsymptomen. Ausgangsstoff für die Serotoninproduktion ist die Aminosäure L-Tryptophan, welche über einen Zwischenschritt in 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) in Serotonin umgewandelt wird. Ungefähr 70 % des oral aufgenommenen 5-HTP werden absorbiert und können die Blut-Hirn-Schranke passieren. Somit stellt dies eine effektive Möglichkeit zur Erhöhung der Serotoninsynthese im Zentralnervensystem dar. In der Zirbeldrüse (Epiphyse) kann im weiteren Verlauf aus Serotonin das Schlafhormon Melatonin synthetisiert werden.

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Dopamin

Auch Dopamin wird als Glückshormon bezeichnet. Die tatsächliche Bedeutung ist aber eher im Bereich Motivation und Antriebssteigerung zu sehen. Synthetisiert wird Dopamin aus der Aminosäure L-Thyrosin.
L-Tyrosin ist als Vorstufe von Dopamin bei der Produktion der Neurotransmitter Noradrenalin und Adrenalin ebenso essentiell als auch bei der Synthese der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Triiodthyronin und daher an neurovegetativen Vorgängen ebenso beteiligt, wie an allen Stoffwechselvorgängen.

Dopamin macht etwa 80 % des Katecholamingehaltes im Gehirn aus und hat Einfluss auf fast alle psychischen Funktionen wie Bewegungssteuerung, Motivation, Emotion, Lernen, Gedächtnis etc. Dopamin wirkt auch motivationsverstärkend, deshalb führt eine Dopaminverarmung zu einer Antriebs- und Aktivitätsverminderung, sowie zu einer erhöhten Depressivität, auch im kognitiven Bereich. Das heißt die Funktionen Aufmerksamkeit und Gedächtnis betreffend, wirkt sich ein Dopaminmangel negativ aus.

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GABA

Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) wird aus Glutaminsäure gebildet und ist der wichtigste inhibitorische (dämpfende) Neurotransmitter im Zentralnervensystem. Bei Stressreaktionen hat GABA einen beruhigenden Effekt, indem es der Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse entgegenwirkt. Eine Unterdrückung der GABA- Funktion kann Störungen der Gedächtnisprozesse hervorrufen. In der Bauchspeicheldrüse hemmt GABA die Glucagonsekretion und hat somit direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.

 

Noradrenalin

Eine Störung des Noradrenalin - Systems wird ebenso als mögliche Ursache einer Depression gesehen wie ein Mangel an Serotonin. Das ist ein klassisches Beispiel dafür, dass bei einer Depression nicht zwangsläufig ein Serotoninmangel vorliegen muss, sondern dass das Zusammenspiel verschiedener Rezeptoren und Transmitter für das psychische Wohlbefinden entscheidend ist. Noradrenalin gehört zur Gruppe der Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin) und wird aus den Aminosäuren L-Tyrosin und L-Phenylalanin gebildet.

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Die Neurotransmitter lassen sich zum Beispiel über eine Harnanalyse gut messen und geben so einen Hinweis auf mögliche Defizite, genauso wie eine Bestimmung der (Vorläufer-) Aminosären wie L-Tyrosin, L-Phenylalanin oder L-Tryptophan und wichtiger anderer für die Synthese der Neurotransmitter wichtigen Vitalstoffe (B-Vitamine, SAMe, usw.) von Bedeutung ist.

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Das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem (autonomes Nervensystem) regelt die Abläufe im Körper, die man nicht mit dem Willen steuern kann. Es ist ständig aktiv und reguliert beispielsweise Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel. Hierzu empfängt es Signale aus dem Gehirn und sendet sie an den Körper. In der Gegenrichtung überträgt das vegetative Nervensystem Meldungen des Körpers zum Gehirn, zum Beispiel wie voll die Blase ist oder wie schnell das Herz schlägt. Das autonome Nervensystem kann sehr rasch die Funktion des Körpers an andere Bedingungen anpassen. Ist einem Menschen beispielsweise warm, erhöht das System die Durchblutung der Haut und die Schweißbildung, um den Körper abzukühlen.

Das vegetative unwillkürliche Nervensystem unterteilt sich in drei Bereiche:

  • Das sympathische Nervensystem
  • Das parasympathische Nervensystem
  • Das Eingeweidenervensystem (enterisches Nervensystem)
Das sympathische und parasympathische Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) wirken im Körper meist als Gegenspieler: Der Sympathikus bereitet den Organismus auf körperliche und geistige Leistungen vor.

Er sorgt dafür, dass das Herz schneller und kräftiger schlägt, erweitert die Atemwege, damit man besser atmen kann und hemmt die Darmtätigkeit.

Der Parasympathikus – auch Nervus Vagus bezeichnet - kümmert sich um die Körperfunktionen in Ruhe: Er aktiviert die Verdauung, kurbelt verschiedene Stoffwechselvorgänge an und sorgt für Entspannung. Sympathikus und Parasympathikus wirken aber nicht immer entgegengesetzt; bei manchen Funktionen ergänzen sich die beiden Systeme auch.

Das enterische Nervensystem beschreibt ein eigenes Nervensystem des Darmes, das weitgehend unabhängig die Bewegung des Darmes bei der Verdauung reguliert. 

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Die Herzraten-Variabilitäts-Messung (HRV-Messung) ist eine gute Möglichkeit, die Funktionalität des vegetativen Nervensystems darzustellen. Sie zeigt klar, ob die Balance zwischen der Aktivität des Sympathikus und der des Parasympathikus gegeben ist oder die Stressregulation neben den Ebenen der hormonellen Stressantwort und Neurotransmitter-Reaktion auch auf vegetativer Ebene gestört ist.

 

Schilddrüse und Stress

Ein wichtiges Organ - nicht nur was den gesamten Stoffwechsel anbelangt - sondern auch was die Stressregulation betrifft, ist die Schilddrüse. Die Schilddrüse wird übergeordnet über die Achse Hypothalamus – Hypophyse über das Schilddrüsen stimulierende Hormon TSH gesteuert. Studien haben gezeigt, dass nur eine optimal arbeitende Schilddrüse (TSH – Werte von 1,6-2,3 mU/l) eine gute Stressregulation ermöglicht. Funktionelle Über- bzw. Unterfunktionen, welche durch niedrige oder erhöhte TSH-Werte angezeigt werden, gehen immer mit einer suboptimalen Stressregulation einher.

Grundvoraussetzung für eine normale Schilddrüsenfunktion ist eine ausreichende Versorgung mit den Vitalstoffen Q10, Vitamin D3, Zink, Selen, Eisen sowie der Aminosäure Tyrosin.

Fehlen diese oder ist die Dauerstressbelastung zu hoch, ist die Schilddrüse oftmals das schwächste Glied in der Steuerung der Stressregulation, was auch ein Mitgrund für die Zunahme an Schilddrüsenerkrankungen wie zum Beispiel Thyreoiditis Hashimoto sein dürfte.

Daraus lässt sich ableiten, dass eine ausreichende und gezielte Versorgung an hochwertigen Vitalstoffen essentiell für eine funktionierende Stressregulation des menschlichen Organismus darstellt. In Zeiten, in denen die Stressoren täglich zunehmen, die Regenerationsphasen immer kürzer werden und eine ausreichende Versorgung mit qualitativ hochwertigen Nährstoffen durch die industrialisierte Nahrungsmittelindustrie immer schwieriger wird, ist es unumgänglich den Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen und durch entsprechende Versorgung mit ausreichend Mikronährstoffen sicherzustellen.

 

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Günther Beck
Arzt für Allgemein- und Sportmedizin

 

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